Nächster Schritt auf der Erfolgsleiter

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Von Redakteur Alexander Bertok

Eduard Popp vom VfL Neckargartach startet bei der Weltmeisterschaft in Budapest

Eduard Popp (rechts) − hier im Trainingskampf mit seinem älteren Bruder Alexander − hat in den zurückliegenden Wochen und Monaten intensiv an seinem Leistungsvermögen gearbeitet.Foto: Alexander Bertok

Deutscher Meister Mitte März im klassischen Stil griechisch-römisch bis 120 Kilogramm, knapp zwei Wochen später Platz acht bei den Europameisterschaften und nun am Wochenende der Start bei den Weltmeisterschaften in Ungarn − für Schwergewichtsringer Eduard Popp vom VfL Neckargartach geht es im Jahr 2013 sportlich weiter bergauf.

„Anfang des Jahres hat keiner erwartet, dass ich zur WM fahre“, kommt selbst für Popp der steile Aufstieg unerwartet. Die Reise nach Budapest ist der nächste Schritt auf der Erfolgsleiter. „Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft ist der bisherige Höhepunkt meiner sportlicher Laufbahn“, freut sich der Schwergewichtsringer und sieht sich in seinem eingeschlagenen Weg bestätigt. Nach Gastspielen beim Zweitligisten Benningen und in der 1. Bundesliga beim SV Triberg ist er für die vor zwei Wochen gestartete Verbandsliga-Saison zu seinem Heimatverein VfL Neckargartach zurückgekehrt. Anfang Mai wurde der Kooperationsvertrag zwischen dem 22-Jährigen und dem Verbandsligisten unterzeichnet.

„Das Umfeld in seiner Heimat und das auf ihn zugeschnittene Konzept des VfL Neckargartach, das passt alles und funktioniert richtig gut“, hebt Nationaltrainer Michael Carl hervor. „Eddy hat in den letzten sieben, acht Monaten eine große Leistungsentwicklung hinter sich gebracht. Aber für einen Ringer in der 120-Kilogramm-Klasse ist er noch sehr jung. Eddy steht noch am Anfang eines langfristig ausgerichteten Prozesses.“

Losglück und Tagesform Die Erwartungen an Popp sind bei seiner ersten WM-Teilnahme im Männerbereich daher eher gedämpft. „Man darf nicht zu viel erwarten. Eine Prognose für den Wettkampf zu stellen, ist schwer. Da spielen viele Faktoren mit, wie das Losglück und die Tagesform“, sagt Carl, der seinen Schützling jedoch in guter Verfassung weiß.

Mit Beginn der Kooperation hat Popp seinen Trainingsumfang gesteigert. Zehn Trainingseinheiten pro Woche standen auf dem Stundenplan. Die Teilnahme an drei internationalen Turnieren − zwei zweite Plätze und ein Achtelfinaleinzug − sowie sechs Trainingslehrgänge: damit wurde die WM-Vorbereitung ergänzt.

Das Popp’sche Kompetenzteam hat mit Daniel Gatzka weiteren Zuwachs bekommen. Das Wirken des Physiotherapeuten besteht darin, den sensiblen Muskelapparat vor Schaden zu bewahren. „Meine Hauptaufgabe ist die Verletzungsprophylaxe“, sagt Gatzka. „Dazu gehört es auch, die Muskelpartien zu stimulieren, die im Training nicht beansprucht werden.“

Am gestrigen Donnerstag startete der Flieger mit Eduard Popp an Bord nach Budapest, am Sonntag ist Kampftag. Vor zehn Tagen hatte der sympathische Pfundskerl noch deutlich zu viel an Gewicht. 129 Kilogramm zeigte die Waage an. Gewichtsreduktion auf 120 war angesagt. Ernährungsumstellung, wenig Kohlenhydrate, mehr Eiweiße, keine süßen Getränke und viel, sehr viel Wasser trinken. Für Popp alles kein Problem.

Selbstvertrauen „Durch die guten Platzierungen bei den drei internationalen Turnieren habe ich viel an Selbstvertrauen gewonnen. Zumindest die europäische Konkurrenz kenne ich jetzt in- und auswendig“, setzt sich Popp dennoch nicht unter Erfolgsdruck.

„Eine gewisse Erwartungshaltung ist aber natürlich schon da.“ Und was ist möglich? „Fast alles − vom Erstrunden-Aus bis zu einem Medaillenplatz.“ Für Popp geht es am Sonntag gegen 13 Uhr los. Die Finalkämpfe dürften um 18 Uhr beginnen − und vielleicht ist Eduard Popp ja dabei und erklimmt die nächste Stufe auf der Erfolgsleiter.