Nah dran an der absoluten Weltspitze

Erschienen am 25.09.2013 in der Heilbronner Stimme
Von Redakteur Florian Huber

Der Neckargartacher Eduard Popp ist mit seinem achten Platz bei der WM in Budapest zufrieden

RINGEN Eduard Popp braucht keine große Selbstbelohnung. Kein Stück Kuchen. Oder Schweinsbraten. Keine teure Uhr. „Mir reicht es, im Zug die Füße hochzulegen“, sagt der Ringer des VfL Neckargartach am Montagabend. Da ist er gerade mit dem Zug vom Frankfurter Flughafen in Richtung Heimat Heilbronn unterwegs gewesen. Ein bisschen Zeit zum Durchschnaufen nach einem vollgepackten Sonntag, der mit Platz acht bei den Weltmeisterschaften in Budapest endete.

Im Reisegepäck steckte zwar keine Medaille, aber dafür etwas anderes. „Es ist die Gewissheit, dass nicht mehr viel fehlt zur absoluten Weltspitze“, sagt Eduard Popp nach seinen ersten Weltmeisterschaften bei den Aktiven. Nach Platz acht bei der EM hat Popp seine bislang beste Saison mit Platz acht bei der WM veredelt. Mit den zwei Siegen gegen den Armenier Wachik Yeghiazarian (1:0) und den Georgier Lewan Arabuli (6:4) stand er im Viertelfinale. Dort wartete dann das Schwergewicht der Schwergewichte: Der Iraner Amir Aziz Aliakbari. Der machte in unter drei Minuten kurzen Prozess und setzte sich 8:0 durch. „Der Iraner ist eine Klasse für sich. Da komme ich im Moment noch nicht ran“, weiß Popp. Woran es noch fehlt? „Ganz klar an der Kraft“, sagt Popp. Er ist ja noch jung, all die anderen in der erweiterten Weltspitze sind deutlich älter, deutlich erfahrener. Gegen den schwedischen Olympia-Dritten Magnus Johan Euren kam in der Hoffnungsrunde mit einem knappen 0:1 das Aus. „Bei der EM habe ich 2:4 verloren. Es wird immer knapper“, sagt Popp.

Fans Das hat auch sein Fanclub so gesehen. Ein Kleinbus, vollbesetzt mit neun Mann, war als moralische Unterstützung nach Budapest gefahren. Popps Fanclub machte sich in der Halle lautstark bemerkbar. „Natürlich nimmt man das wahr“, sagt er. Aber eher nach den Kämpfen. Vorher lässt es der Tunnelblick nicht zu.

Auf einem guten Weg Nach dem angedrohten und nun abgewendeten Olympia-Aus hat sich viel getan bei den Ringern. Ersichtlich wurde das auch bei der WM. Die Sportart wird besser fürs TV vermarktet. Das Einlaufen der Sportler wie bei Gladiatorenkämpfen inszeniert. „Die neue Zählweise kommt bei den Zuschauern an“, sagt Popp. „Die Sportart ist insgesamt auf dem richtigen Weg.“ Und das gilt auch für den von der Sporthilfe Unterland geförderten Athleten. Der geht am Wochenende bereits schon wieder für den VfL Neckargartach in der Verbandsliga auf die Matte, beim AC Röhlingen. Gestern ließ sich Popp ordentlich die Muskeln durchkneten. Regenerationstraining nennt Popp das: „Am zweiten Tag nach solch einer Belastung ist der Muskelkater immer am größten.“ Da hilft nur eins. Die Füße auch daheim hochlegen.